29.11.2013

Meine Ausbildung: Erzieher

Nachdem ich hier bereits vor etwa einer Woche angekündigt habe, dass ich demnächst darüber bloggen werde, und euch darum gebeten habe, Fragen zu stellen, die euch diesbezüglich besonders interessieren, folgt nun heute der Post über meine Ausbildung zur Erzieherin. Einige Male wurde ich darauf nun schon 'angesprochen', weshalb ich nun doch mal etwas darüber schreiben wollte.

Eure Fragen werde ich natürlich mit aufgreifen bzw. mich an denen etwas entlanghangeln und Weiteres hinzufügen - solltet ihr noch Fragen haben oder etwas unklar sein, könnt ihr in den Kommentaren gerne nachfragen. :) Ich habe mal versucht, die Fragen etwas zu gliedern - teilweise wurden einige Fragen auch mehrfach gestellt bzw. habe ich die Kommentare einiger von euch etwas 'zerrissen', da sie aus mehreren Fragen bestanden.


"Wie gefällt es dir?"/ "Wie sind die Lehrer und Mitschüler?" 
Mir gefällt die Ausbildung auf jeden Fall sehr gut! Ich hätte sie mir im Übrigen auch anders vorgestellt, anspruchsloser und langweiliger um ehrlich zu sein. Aber auf Näheres werde ich in diesem Post noch eingehen. :)
Mit den Lehrern bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Klar, einige mag man mehr oder weniger als andere, aber das kennt vermutlich jeder, aber im Großen und Ganzen ist auf alle Fälle kein Lehrer dabei, bei dem ich sagen würde, dass ich seinen Unterricht schlecht finde.
Genau so zufrieden bin ich mit meiner Klasse. Im Prinzip kommt eigentlich jeder mit jedem klar. Gibt zwar auch hier Leute, die man weniger mag als andere, aber insgesamt fahre ich allein wegen der Klassenkameraden schon gerne zur Schule. Ohne die wär das alles nur halb so gut!


"Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?"/
"Wie bist du darauf gekommen eine Ausbildung zur Erziehern zu machen?"
"Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden? Ist es dein Traumjob?"/
"Ist es dein Traumberuf?"
Noch vor 3 Jahren hätte ich vermutlich jedem einen Vogel gezeigt, wenn er mir geraten hätte, eine Erzieher-Ausbildung anzufangen. Ich hatte damals aber auch ein ganz anderes Bild davon im Kopf, erinnerte mich da lediglich an meine eigene Kindheit zurück, in der die Erzieher die Kinder ein wenig betüdeln, mal einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt machen o.ä., aber das, was wirklich dahinter steckt, lernte ich dann erst in meinem 2011 begonnen FSJ kennen. Und vieles wurde mir selbst da nicht klar, denn so einige Dinge lernte ich erst in meiner Ausbildung. Da konnte ich dann zwar Rückschlüsse auf meinen früheren Arbeitsplatz ziehen (Konzeptarbeit, Angebotsplanung, Ansätze uvm.), ich bekam da ja schließlich eh mehr oder weniger nur den Arbeitsalltag in der Einrichtung, also mit den Kindern, statt.
Gut, im Kindergarten bzw. in der Krippe war ich während der letzten 2 Schuljahre nur in den Ferien, d.h. es waren immer nur kurze Zeitabschnitte, in denen man sich gerade mal an die Gruppe gewöhnen konnte und eben Aktivitäten mitgemacht hat. Hauptsächlich habe ich da ja an einer Schule für Kinder mit Behinderungen gearbeitet, was ich einfach toll fand! Nicht umsonst habe ich nach dem FSJ noch ein Jahr dort weitergearbeitet und sogar das 3. als Schulbegleiterin angefangen. Im 1. Jahr war ich in einer 10.-12. Klasse, hatte dort ein Mädchen, das ich fest betreut habe, hatte also nur in der Nachmittagsbetreuung Kontakt zu Jüngeren (6-10 Jahre). Mir hat es bereits zu dem Zeitpunkt gut gefallen (wobei es da vermutlich eher noch das Busfahren war, was ich am besten fand), aber wirklich entfalten konnte ich mich da noch nicht. In der Nachmittagsbetreuung wurden Hausaufgaben gemacht, dann ging man raus, die Kinder spielten frei, sodass ich dort kaum Eigeninitiative ergreifen musste, sondern lediglich betreut habe. Da ich sonst sehr an das Mädchen gebunden war, das ich betreut habe, konnte ich auch hier nicht allzu viel mit den anderen machen, sondern war viel mit ihr beschäftigt. Ich fand es zu dem Zeitpunkt zwar alles gut und schön, aber an den Beruf Erzieherin habe ich da nicht wirklich gedacht. Mein Vater lenkte mich da auch eher auf die Schiene 'Büro'/'Wirtschaft', irgendetwas, in dem ich später mehr verdienen würde und mich selbstständig machen könnte - ich muss hier aber erwähnen, dass auch eher ein anderes Bild von diesem Beruf im Kopf hatte.
Im 2. Jahr bekam ich dann die Gelegenheit für etwa 2 Monate in einer recht chaotischen, pubertierenden 8. Klasse zu arbeiten. Auch dies fand ich nicht schlecht, wurde dann aber recht plötzlich aus der Klasse gezogen und musste eine Zeit lang erstmal 'Springer' machen, d.h. einspringen, wo die Pflegekräfte und Schulbegleiter da fehlten. War auch nicht schlecht, aber mir fehlte eine feste Klasse schon. Aber vor ziemlich genau einem Jahr kam ich dann in meine Traumklasse, eine 2. Ich wollte nicht einmal zu den Jüngeren, da ich annahm, mit den Älteren viel mehr machen zu können, aber letztendlich war ich so froh, dass sie mich in dieser Klasse brauchten. Mir gefiel es, man konnte prima Aktivitäten mit den Schülern durchführen, es war eben anders als bei den 'Großen', die in einem oftmals einen Kumpel sahen. Ich bekam zu der Zeit äußerst viel positives Feedback, was vermutlich auch daran lag, dass ich einfach mit sehr viel Freude bei der Arbeit war. Auch durch diese Erfahrung fiel mir das Arbeiten in den kommenden Ferien im Kindergarten viel einfacher. Generell habe ich mich da auch wirklich entwickelt - wo ich früher so auf das eine Mädchen fixiert war, bin ich durch das Arbeiten mit den vielen, verschiedenen Schülern auch viel offener und selbstbewusster in Bezug auf die Arbeit geworden.
Anfang diesen Jahres war ich mir sicher: Eine Erzieher-Ausbildung wäre das Richtige! Also habe ich mich darauf beworben, die eine Schule hatte allerdings sehr großen Zulauf und wählte die Schüler nach Noten aus, sodass die Leute mit gutem Abi hier einfach eine bessere Chance hatten. An der anderen schienen meine Unterlagen nie angekommen zu sein, wie mir nach mehrfachem Hinterhertelefonieren mitgeteilt wurde. Da ich eigentlich nicht noch ein 3. Jahr dort bleiben wollte (eher konnte, schließlich war es Zeit, mal was 'Anständiges' zu machen), wählte ich alternativ dann doch die Schiene im kaufmännischen Bereich. Nach Vorstellungsgesprächen war ich mir aber einfach sicher, dass das nicht mein Ding ist. Zu der Zeit stand fest: Ich wollte in den sozialen Bereich. Ich habe mich zwar auf Studiengänge beworben, aber auch diese waren recht voll, sodass ich nicht genommen wurde. Also lief es alternativ dann doch auf ein weiteres Jahr als Schulbegleitung hinaus.
Anfang der Sommerferien arbeitete ich dann noch für 2 Wochen im Kindergarten, wo ich mit einem SPA-Praktikanten unterhielt und er mir seine Schule nannte. Er meinte, ich könnte mich locker noch im Juli bewerben. Nun gut, ich hätte ja nicht damit gerechnet, dass ich um diese Zeit noch einen Platz bekomme, aber tatsächlich: Wenige Wochen später stand dies fest! So, das zumindest mal dazu, wie ich dazu gekommen bin, diesen Weg zu gehen. Vielleicht ein wenig ausführlich, aber wenn ich erstmal anfange zu schreiben, kommt meistens mehr bei raus, als gedacht.
Ob es nun wirklich mein Traumberuf ist, kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall ist es aber etwas, das ich mir mein Leben lang vorstellen kann. Ich habe schon überlegt, ob ich noch ein Heilpädagogik-Studium ranhängen werde und anschließend unterrichte, aber bis dahin ist es noch Zeit. Wobei ich auch nicht wirklich Lust habe, noch ewig zu brauchen, bis ich wirklich kompett im Beruf stehe.


"Was gefällt dir am meisten an diesem Job :D ?"
Auf jeden Fall gefällt es mir, dass man nicht ständig die gleiche Tätigkeit ausübt. Es kommen einfach immer andere Situationen auf einen zu, man sitzt nicht stundenlang nur auf seinem Hintern. Dies wäre mir im Büro vermutlich schnell auf die Nerven gegangen, da ich sowieso nicht lange still sitzen kann. Ich mag die Arbeit mit Kindern zudem sehr gerne, das gibt einem einfach so viel, wie ich finde. Ich habe die Zeit an der Schule auch sehr genossen - auch wenn die Kinder teilweise wirklich nervig waren, irgendwo haben sie einem in schlechten Momenten doch noch wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Es wird zwar sicher auch stressige Situationen geben, aber irgendwo hat, denke ich mal, jeder Beruf irgendwo etwas Negatives. Aber ich denke, dass die schönen Seiten dies wieder ausgleichen können.


"Wie sieht dein Arbeitsalltag im Kindergarten aus?"
Bisher war es auf die Ausbildung bezogen nur Schule, aber mein Praktikum wird zeitlich ähnlich aussehen wie mein FSJ, da ich meinen Platz auch in der gleichen Einrichtung habe. Morgens beginnt der Tag für mich voraussichtlich um 8 Uhr (kann aber sein, dass ich ab 7 im Frühdienst sein werde - im FSJ bin ich da immer gefahren und hatte nie einen Überblick, ob die Praktikanten nun um 7 oder 8 da waren). Anschließend läuft es meistens so ab, dass bis etwa 8.30/9.00Uhr Freispiel im Freien ist, anschließend wird gefrühstückt, und nun folgt ein Angebot. In der Einrichtung wird funktionsorientiert gearbeitet, d.h., der Tagesablauf ist geplant und strukturiert. In dem Angebot steht entweder Sporthallte, Spielplatz, Schulhof (dort fahren die Kinder mit Dreirädern, Mooncars etc.), Musik, Wald o.ä. Gegen 11.30/12.00Uhr findet dann das Mittagessen statt, anschließend geht es meistens weiter mit Freispiel. Ich denke, dass ich so gegen 16Uhr Schluss haben werde, zumindest noch im Praktikum, im Beruf eben so lange, wie geöffnet ist. Zwischendurch habe ich noch 30min Pause.
Während des Praktikums habe ich nun erst einmal die Aufgabe, 2 größere, d.h. verschriftlichte, Angebote durchzuführen. Da werde ich mir noch was aussuchen, vermutlich etwas Kreatives und was im Bereich Bewegung. Es schadet allerdings nicht, viele Angebote durchzuführen, somit werde ich vermutlich einmal die Woche ein kleineres Abgebot durchführen - schaden kann ein wenig Übung da ja nie! Ansonsten müssen wir noch pro Woche einen Wochenbericht schreiben, d.h. eine Situation beschreiben und reflektieren.
Ebenso fließen Dinge wie Ziele für einen selbst auch mit in den Bericht, genauer drauf eingegangen sind wir bisher allerdings noch nicht. Ansonsten fällt noch eine Beobachtung mit in das Praktikum, welche allerdings nicht mit in den Bericht fließt, sondern direkt an eine entsprechende Lehrkraft geschickt wird.
Außerdem stehen 2 Anleiter-Gespräche auf dem Plan, wo wir von unseren zugeteilten Lehrern besucht werden - während des einen Besuches wird zudem eins der beiden größeren Angebote durchgeführt. Natürlich sollte man auch da vorbereitet sein. D.h., neben dem Kindergarten selbst kommt noch ein bisschen was an Schreibkram auf mich zu.


"Ist das nur Schule oder dual? Wenn Schule: Wie lange jeden Tag?" "Wie oft hat man Praktikum?"
Das handelt sich um eine schulische Ausbildung (weiß gar nicht, ob es in anderen Regionen auch  dual möglich ist - vielleicht weiß jemand von euch mehr dazu). Ich habe täglich 8 Schulstunden, 2 4er-Blöcke, beginnen tut der Unterricht um 8.30Uhr und enden um 15.30Uhr (am Freitag wird die 30-minütige Mittagspause auf 15min verkürzt, somit haben wir da um 15.15Uhr Schluss). Aber einige Lehrer sind nett und machen früher Schluss. Meines Erachtens nach ist die Zeit auch oftmals sehr großzügig bemessen - vor allem für Ausarbeitungen bekommen wir immer relativ viel Zeit und sitzen dann schon hin und wieder mal eine Stunde nichtstuend rum. Hinzu kommen noch je 15min Pause zwischen der 2. und 3. Stunde sowie der 6. und 7. Rechnet man die 'freie' Zeit dazu, kommt man auf ziemlich viele Pause.
Aber komplett schulisch sind die 3 Jahre nicht - es stehen noch 3 Praktika auf dem Plan. Im 1. Lehrjahr sind es 10 Wochen, im 2. ebenfalls und im 3. dann 20, d.h. es ist umgerechnet gar nicht mal so viel Schule. Vor allem vergeht die Zeit extrem schnell.

"Und wie ist es in der Schule? Hast du neben den üblichen Fächern auch welche, die speziell zu deiner Ausbildung gehören?"/
"Aber welche Fächer werden denn überhaupt unterrichtet?"/ "Welche Fächer?"
Bei uns ist es so, dass wir gar nicht nach Fächern, sondern nach Lernfeldern unterrichtet werden. Und so leid es mir tut: So hundertprozentig durchgestiegen bin ich bis jetzt immer noch nicht, geht aber einigen Lehrern und den meisten Mitschülern ähnlich, was mich beruhigt. Insgesamt haben wir die Lernfelder 1-6. Lernfeld 1 ist hauptsächlich Politik, sind hier besonders auf Bildungsbereiche eingegangen, haben uns ein wenig mit Gesetzen auseinander gesetzt usw. In Lernfeld 2 haben wir uns bisher mit Ansätzen, Partizipation, Angebotsplanung und Planung auseinandergesetzt. Leider führte es hier schon zu Missverständen, denn zuvor hatten wir einiges davon schon bei einem anderen Lehrer in Lernfeld 6, was sich dann aber alles geklärt hat. Lernfeld 3 ist Gesundheit, wo wir bisher das Immunsystem behandelt haben und uns ein wenig mit Infektionskrankheiten auseinandergesetzt haben. Lernfeld 4 umschließt den kreativen Bereich, sprich Kunst, Musik, zudem fließt noch Bewegung mit hinein. In Kunst und Musik werden hauptsächlich kindgerechte Themen behandelt, also Dinge, die man mit Kindern machen kann. In Bewegung ebenfalls, da machen wir Spiele, die mit Kindern/Jugendlichen durchgeführt werden können, was allerdings zu Hause alles verschriftlicht werden muss. Aber insgesamt das entspannteste Lernfeld! Neben Kunst, Musik und Bewegung fließt auch noch der 16-stündige Babykurs mit in dieses Lernfeld ein, welchen vor Kurzem eine Kinderkrankenschwester eines nahe gelegenen Krankenhauses durchgeführt hat. Dort lerne man eben einiges über die Schwangerschaft, das Wickeln, Stillen, Ernähren uvm.
Bei Lernfeld 5 bin ich mir nicht ganz sicher, ob der Wahlpflichtkurs mit einfließt. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Englisch nun zum Wahlpflichtkurs zählt oder doch eigenständiges Fach ist. Genau wieso es keiner versteht, dass es erst hieß, Englisch hätten wir im 1. Halbjahr, Bewegung im 2., und Bewegung nun doch vor ein paar Wochen auf dem Plan stand. Egal, entweder haben wir Lernfeld 5 noch nicht gehabt oder Englisch gehört darein, zumindest wird Englisch unterrichtet. Da haben wir uns zuerst auch auf die Arbeit eines Erziehers bezogen und anschließend Kommunikation gemacht und das Thema 'Gefühle' behandelt. Lernfeld 6 ist neben den oben genannten Dingen, welche fälschlicherweise doppelt unterrichtet wurden, eher Konzeptarbeit, zumindest haben wir dies bisher gemacht.
Weiterhin haben wir auch noch Deutsch auf dem Plan, wo wir bisher Kommunikation gemacht haben und was generell eher Kindergeschichten und Praktikumsberichte beinhalten soll. Dann haben wir noch NaturWissenschaftTechnik, bisher haben wir bisher Ökosysteme gemacht.
Leider bekommt man nicht alles in einer Woche unter, d.h. manche Dinge hat man mehrere Wochen gar nicht.

"Findest du den Stoff schwer?"/ "Ist die Schule sehr schwer?"
'Schwer' nicht unbedingt, ich würde eher anspruchsvoll sagen. Vom Schwierigkeitsgrad würde ich es mit der gymnasialen Oberstufe vergleichen, aber es ist anders, zumindest empfinde ich es anders als bei meiner damaligen Schulzeit. Auf jeden Fall muss man schon was dafür tun, wenn die Noten gut werden sollen. In einem Bereich mehr, im anderen Bereich weniger. Musik und Bewegung z.B. sind für jeden machbar, da muss man auch nicht allzu viel lernen oder irgendwas Bestimmtes können - Kinderlieder singen und Kinderspiele spielen erfordert ja nun kein allzu großes Wissen.
Es ist auf jeden Fall hilfreich, dem Unterricht zu folgen. D.h., aufmerksam zuhören, sich regelmäßig einbringen (mündlich zählt 60%) und nachfragen, falls man was nicht verstanden hat. Aber es erfordert eben schon, dass man sich mal hinsetzt und was wiederholt oder gewisse Dinge eben automatisch drauf hat. Da sagt dann auch keiner mehr, 'Lernt zu Hause dies & das!', sondern es wird eben erwartet, dass man weiß, wo was im Gesetz zu finden ist, wie die Bildungsbereiche heißen etc. Aber gut, so schwer find ich das persönlich nicht. Mittlerweile lerne ich auch nicht mehr am Abend vor einer Klausur mal schnell, denn das war das, was nach der Klausur immer wieder weg war. Wenn ich arbeiten bin und dort abends etwas Zeit habe, gehe ich meine Unterlagen immer wieder durch, sodass ich nachher auch vor den Klausuren nicht mehr so viel zu tun habe. Dies würde ich hier auch jedem raten.
Gerade die Lernfelder 1, 2 und 6 und generell alles, wo viel geschrieben werden muss, erfordern, dass man diese verstanden hat, den Inhalt wiedergeben und anwenden kann und sich fachlich ausdrückt, anderenfalls bereitet einem eine Klausur Probleme. Aber machbar ist es auf jeden Fall. Wie gesagt, ich habe mir die Sachen schon öfters angeguckt und außerhalb der Schule Zeit investiert, ich bin entspannt in die Klausuren reingegangen und habe damit gute Ergebnisse erzielt. D.h., wenn man sich damit auseinandersetzt, wird es auch nicht in die Hose gehen.
NaturWissenschaftTechnik und Gesundheit sollten selbstverständlich auch verstanden werden, jedoch finde ich, dass durch Auswendiglernen hier sehr schnell eine gute Note erzielt wird. Zumindest waren unsere Klausuren recht 'einfach' aufgebaut, d.h. kurze, präzise Fragestellunge. Einige einfache und einige Fragen, bei denen man etwas überlegen musste, sie aber beantworten konnte, wenn man sich vorher mit dem Thema beschäftigt hat.
Englisch sollte man natürlich schon irgendwo 'können', d.h. eine Person mit Realschulabschluss könnte hier vermutlich locker folgen. Ich muss aber auch sagen, dass ich unsere Lehrerin super finde - sie wirkt anfangs recht streng und setzt auch klare Grenzen und hält diese auch ein, geht andererseits aber auch auf schwächere Schüler ein und versucht diese zu unterstützen. Englisch war früher eins meiner Hassfächer, da ich seit der 8. Klasse einen Lehrer hatte, der dermaßen faul war und uns absolut kein Stück gefördert hat, es war also stinklangweilig, wenn man jede 2. Stunde eine Freistunde hatte und die anderen Stunden einen Film vorgesetzt bekam.
Klar variiert das alles von Schule zu Schule und Lehrer zu Lehrer, aber dies nur mal als kleinen Einblick in den Unterricht.

"Schreibt man da auch Arbeiten oder nur Praktikumsberichte?"
Ja, man schreibt genau so Klausuren und Tests, wie an Gymnasium, Realschule und Co. auch. Pro Halbjahr war es jetzt pro Lernfeld und Lehrer je eine Klausur (in Englisch stattdessen 2 Tests, in Politik wurde eine Klausurersatzleistung in Form einer Selbstreflexion geschrieben). Also relativ 'normal'.

"Muss man, um Erzieherin zu lernen vorher Sozialassistent machen? :) "
"..., mit welchem schulabschluss möglich usw?"/
"Welchen Abschluss benötigt man, um die Ausbildung machen zu können? /Welchen Schulabschluss hast du eig.?"
Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, ob es in anderen Bundesländern anders ist. Bei uns zumindest war aber mindestens Abitur/Fachhochschulreife + mindestens 6 Wochen Praktikum oder eben Realschulabschluss + abgeschlossene Berufsausbildung + 6 Wochen Praktikum gefordert. Die Ausbildung kann beliebig sein, man muss nicht zwingend SPA/Sozialassistent gemacht haben. Haben in der Klasse auch ehemalige Büro-/Einzelhandelskauffrauen, Steuerfachangestellte usw. Trotzdem haben bei uns auch einige SPA gemacht und machen nun in der Erzieher-Aubildung weitergemacht. Wenn man z.B. sicher ist, dass man Erzieherin werden möchte und einen Real-/Hauptschulabschluss hat, bietet es sich natürlich an, wenn man dann erst Sozialassistent/SPA macht, da dies ja bereits sehr ähnlich ist und man dadurch zudem die Fachhochschulreife erlangen kann, soweit ich weiß.
Ich selbst habe Fachhochschulreife (und die 2,1 Jahre Erfahrung).

"Ich bin Zahnarzthelferin und möchte raus aus diesem Beruf und endlich mit Kindern arbeiten. Muss ich dafür auf die Abendschule oder kann ich eine ganz normale schulische Ausbildung machen? Da man da ja nichts verdient, würd ich dich gerne mal fragen, ob du einen Nebenjob hast und ob das zeitlich gut vereinbar ist? Habe zu Hause auch noch 2 Kinder und einen Mann, da hätte ich dann ja auch noch reichlich zu tun und kann nicht jeden Nachmittag mit lernen verbringen."
Klar, das geht auch auf einer ganz 'normalen' Schule. In meiner Klasse und auch in der Parallelklasse sind einige Ältere, die nicht mehr Anfang 20 sind, die nun doch eine andere Ausbildung machen möchten.
Das dürfte zeitlich schon machbar sein. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten sie bei uns alle nebenbei, um ihre Wohnungen, Autos, Einkaufe, Schule usw. irgendwie finanziert zu bekommen. Also so viel Aufwand ist es auch nicht, ich verlagere das Lernen/Hausaufgaben (Hausaufgaben sind es auch nicht allzu viele) meistens auf das Wochenende oder schiebe es abends eben in freien Zeiten ein. Auch haben einige Kinder. Wirklich mehrere Stunden am Tag beschäftige ich mich zu Hause eigentlich höchstens für Referate, was nicht oft vorkommt. Sonst reicht mir pro Tag im Schnitt eine halbe Stunde. Arbeiten gehe ich nebenbei auch, momentan 2 Abende die Woche.
Klar bin ich freizeitmäßig etwas mehr eingeschränkt als zu Zeiten, als ich 'nur' arbeiten gegangen und eben nicht wieder los musste bzw. noch was für die Schule, aber bei den Studenten sieht es ja meistens auch nicht anders aus. Die ersten Wochen waren zwar schon ungewohnt, aber mittlerweile hab ich mich damit abgefunden, dass ich für Hobbys/Freunde eben weniger Zeit als sonst habe. Aber irgendwo hat man ja auch das Ziel vor Augen und hat sich bewusst dafür entschieden.

"Was sollte man für die Ausbildung mitbringen?"
Auf jeden Fall Erfahrung. Ich glaube auch, dass man für die Erzieher-Ausbildung nirgends genommen wird, sofern man keine praktische Tätigkeit vorlegen kann. Ansonsten ist es natürlich auch recht wichtig, dass man Kindern offen gegenüber tritt. Durchsetzungsvermögen und ein selbstbewusstes Auftreten ist zwar gerade in Bezug auf die Arbeit von Vorteil, aber meistens lernt man das in der Praxis auch noch (hat sich bei mir selbst ja auch erst im Laufe der Zeit entwickelt). Und selbstverständlich Freude am Umgang mit Kindern! Aber wer das nicht hat, würde sich vermutlich auch nicht für den Berufsweg entscheiden.

"Wo kann man außer Kindergarten arbeiten?"/ "Wo möchtest du später arbeiten?"
Außer dem Kindergarten kann man natürlich in die Krippe für die unter 3 Jahre alten Kinder gehen, man kann an einer betreuten Grundschule arbeiten, Nachmittagsbetreuung machen, in die Kindertagespflege gehen, in die Jugendpsychiatrie, den Jugendarrest, in Kinderheime usw. Gibt eigentlich viele Möglichkeiten.

"Was gefällt dir an deiner Ausbildung nicht so?"
Eigentlich kann ich nichts Negatives sagen. Das Einzige, das mich ein wenig stört, sind die 8 Stunden Schule am Tag oder besser gesagt, wie bereits erwähnt, die überflüssige Zeit. Denke, dass man die meisten der 4er-Blöcke auch locker in 3 Schulstunden durchbekommen würde. Aber daran lässt sich ja eh nichts ändern. Ansonsten ist der Unterricht in der Regel ja recht abwechslungsreich gestaltet (viele Gruppenarbeiten/Präsentationen, mal offene Diskussionsrunden, aber kaum nerviger Frontalunterricht). Manchmal geht mir eine gewisse Unorganisiertheit etwas auf die Nerven, aber welcher Schüler kennt sowas nicht? Wäre also ziemlich kleinkariert, wenn ich mich darüber stundenlang aufregen würde. Zumal das auch nicht die Ausbildung allgemein betrifft.

"Wurden deine Erwartungen an die Ausbildung erfüllt?" 
Jein, meine Erwartungen wurden schon erfüllt, aber irgendwie auf eine andere Art und Weise. Ich hätte mir erst einmal den Unterricht ganz anders vorgestellt, d.h. ich hätte gedacht, dass der Unterricht wirklich so aufgebaut ist, dass man pro Tag so 6-8 verschiedene Fächer hat, also so, wie es an meiner damaligen Schule auch war. Anfangs war ich ziemlich schockiert, als dann die Rede von 4er-Blöcken war. Letztendlich find ich es aber sogar ganz gut, so muss man am Tag nicht ständig umdenken. Was allerdings dabei der Nachteil ist, ist wenn man selbst oder eben der Lehrer nicht anwesend ist. Man verpasst eben mal 4 Stunden in einem Lernfeld, bei Ausfall eines Lehrers muss man dann hingegen viel in kurzer Zeit aufnehmen, um dann schnellstmöglich wieder da im Stundenplan zu sein, wo man sein sollte. Ich hätte auch nicht gedacht, dass wir so viele verschiedene Lehrer haben, genau so wenig hätte ich gedacht, wie tiefgründig es letztendlich wirklich ist. Von den ganzen Fachbegriffen habe ich zuvor nie was gehört, von der Schreibarbeit, die einen Erzieher betrifft, wusste ich auch nichts. Aber nicht, dass ich es schlecht finde, im Gegenteil. Das Einzige, was ich mir schon ziemlich genau vorstellen konnte, ist das Praktikum - jedoch hatte ich hier schon Kontakt zu so einigen Praktikanten und habe da vieles mitbekommen.
Die Schule oder eher die Klasse hätte ich mir auch insofern anders vorgestellt, dass ich dachte, dass es nicht ganz so 'locker' ist. Ich dachte, unter Älteren ist es anders, nicht so viel Freundschaft/Hass hier und da, sondern so, dass jeder Respekt vor jedem hat, man sich mit jedem sachlich unterhalten kann etc. - das ist auch alles der Fall, nur ist das in der Schule nicht einfach nur ein 'Kommen und Gehen', wo man sich morgens in die Klasse setzt, sich den Unterricht anhört und wieder nach Hause geht, sondern so 'freundschaftlich' (wenn ihr jetzt versteht, wie ich das meine). Sprich, dieser Klassenzusammenhalt, dass sich sehr schnell Freundschaften entwickelten - damit habe ich nicht wirklich gerechnet.
Genau so hätte ich auch gedacht, dass die Lehrer mehr Autoritätspersonen wären, eben auch hier hatte ich dieses typische Lehrer-Bild vor Augen. Aber auch hier ist der Umgang sehr locker, mit den meisten duzen wir uns. Und uns wird immer wieder gesagt, wir sollen uns 'nicht so wie Schüler verhalten', denn anders als früher gehen wir eben nicht hin, weil wir aufgrund der Schulpflicht hingehen müssen, sondern weil wir uns selbst weiterbilden wollen.

"Verdient man in der Ausbildung oder im Praktikum was?"
Nein. Kann zwar sein, dass irgendwo möglich ist, aber ich selbst habe von bezahlten Erzieher-Ausbildungen noch nichts gehört. Das war übrigens auch etwas, das mich anfangs ein wenig davon abgehalten hat, aber letztendlich geht es ja eh darum, was einem gefällt bzw. liegt. Und dann bin ich lieber 3 Jahre lang knapp bei Kasse als ein Leben lang unglücklich im Beruf.


Abschließend wollte mich natürlich auch bei euch nochmal für die Fragen, die ihr mir gestellt habt, bedanken! :)

Kommentare:

  1. Hey :) schön geschrieben, aber irgendwie ist das mit der erzieherausbildung in jedem Bundesland ein wenig anders...
    Hier (in Bayern) braucht man die Mittlere Reife (also eine 10.Klasse) um zur Ausbildung zugelassen zu werden. Die Ausbildung dauert insgesamt 5 Jahre und die Schule heißt "Fachakademie für Sozialpädagogik". Mit Hauptschulabschluss kann man Kinderpflegerin werden, die Ausbildung hierzu dauert 2,5 Jahre und wenn man gut ist, kann die Erzieherausbildung sozusagen angehängt werden. Das mit dem Praktikum ist bei uns ähnlich.
    Und Fachabi oder Abi hat bei uns eigentlich niemand.
    Eine Freundin von mir macht derzeit ihre Ausbildung in Baden-Würtemberg, weil sie dort nur 4 Jahre dauert...
    Hast du gewusst, dass die Erzieherausbildung in den meisten anderen eurpäischen Ländern ein Studium ist? Deutschland ist eines der wenigen Länder, wo es das noch als Ausbildung gibt :)
    Liebe Grüße und eins Schönes Wochenende,
    Annka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! :) Gut zu wissen, danke für die Info :)

      Löschen